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"Culture eats strategy for breakfast" (Peter Drucker) Teil 6

11. Juli 2016 - 11:36

7 Thesen zur Organisationskultur

These 6: Unreflektierte Verwendung von Schlagworten vernebelt den Blick.

Von Führungskräften wird es verlangt, Mitarbeiter möchten es bleiben, keiner weiß, was es eigentlich ist oder wie es entsteht.

Die Rede ist von „Authentizität“.

„Ich möchte so bleiben wie ich bin.“, oder „Ich möchte mir selbst treu bleiben“ sind typische Antworten, wenn man fragt, was der Gegenüber denn wohl meint, wenn er „authentisch“ bleiben will.

Übersetzt würde dies bedeuten, der Gegenüber möchte seine (bewussten/unterbewussten) Grundhaltungen, seine Überzeugungen usw.  beibehalten, nicht verändern. Also auch jene, die nie selbst durchdacht und überprüft, sondern von anderen übernommen wurden. Das geschieht vorrangig während der Sozialisierung.

Authentizität bedeutet Urheberschaft. Bedeutet, dass ich meinen Gedanken und Überzeugungen bewusst reflektiert habe und nicht einfach nur wiedergebe, was ich früher in Anpassung an meine Umgebung aufgeschnappt und unreflektiert integriert habe.

Dazu ließe sich noch viel sagen, es geht hier jedoch nur darum, auf dieses Schlagwortdenken hinzuweisen.

Ein weiteres Beispiel ist „Teamorientierung“.

Steht als „Muss“ in jedem Anforderungsprofil. Jede zufällige Arbeitsgruppe wird zum Team, in der globalisierten Welt braucht es natürlich „virtuelle Teams“.

Der Teamgedanke führt zum unbewussten Spagat zwischen den mit dem Vorgesetzten vereinbarten persönlichen Zielen und der Unterstützung der Abteilungskollegen. Will man den Vorwurf vermeiden nicht „teamorientiert“ zu agieren, muss man im Zweifel den Kollegenwünschen Priorität geben. Sonst ist man halt Egoist.

Wer traut sich da, der Arbeit an den vereinbarten Zielen Priorität zu geben? Die eigene Effektivität/Produktivität leidet, das Engagement vermutlich auch.

In der Praxis sind die meisten Teams nichts Anderes als Arbeitsgruppen, in der jeder eine auf seine eigenen Ziele ausgerichtete Leistungen zu erbringen hat.

Das ist kein Widerspruch zu Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung usw. Die klare Differenzierung zwischen Team und Arbeitsgruppe allerdings unterstützt die Fokussierung auf die unterschiedlichen Ziele dieser Organisationselemente. 

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