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Der beste Schutz vor Verkehrsrowdys ist, den Individualverkehr abzuschaffen!

15. November 2016 - 7:37

Klingt nicht nur unlogisch. Es ist tatsächlich ein Denkansatz, der uns Autofahrer den Kopf schütteln lässt.

Tatsächlich aber finden wir dieses Denkmuster in der Berater-/Trainerzunft. Ist es dem ewigen Zwang der Vermarktung geschuldet, dass einige auf jeden Zug aufspringen, ohne zu fragen, ob der in die richtige Richtung fährt?

Der Fall: Eine Kollegin bittet in einem Netzwerk um Unterstützung. Einer ihrer Kunden – ein Unternehmen aus dem Bereich Non-Profit - will MbO einführen. Erstaunlicherweise bekommt sie keinerlei Tipps, keinerlei „best-practice“, keine Literaturhinweise. Nichts von alledem.

Was sie bekommt, sind erstaunte Fragen: Wie, MbO einführen? Warum das denn? Ist das noch zeitgemäß?

Ich kann ja noch verstehen, dass es keine Tipps zur Einführung von MbO gibt. Da dieses Managementprinzip schon viele Jahre im Markt weit verbreitet ist, wird es nicht allzu viele Berater geben, die über praktische Erfahrung bei dessen Einführung verfügen.

Und ja, in vielen Unternehmen herrscht bei MbO Rowdytum. Aber deswegen gleich das Kind mit dem Bade ausschütten und MbO als untauglich für die heutige Zeit abwerten?

Was offensichtlich übersehen wird ist, dass wir MbO gar nicht abschaffen können!

Können Sie sich vorstellen, dass Menschen irgendwo arbeiten, ohne dabei ein Ziel zu haben? Ich spreche nicht von Zielen, die jemand vorgibt, nein. Sondern einem von einem Ziel, das sich jemand selbst setzt. Es mag ja unbewusst sein, OK. Aber es sind Ziele, die uns bewegen (lat. movere; kennen Sie von: Motivation).

Aus heutiger Sicht sind MbO-Rowdys die Unternehmen, die Ziele mit Mitarbeitern „vereinbaren“, die letztlich vom Management festgelegt wurden – das ist vielgelebte Praxis. Diese Ziele gelten dann für das Geschäftsjahr und führen bei Nichterreichung zu Sanktionen. Letzteres ist der Grund für die in vielen Unternehmen herrschende Angstkultur.

Wenn wir von dem heute gängigen Bild von dynamisch sich ändernden Märkten, Rahmenbedingungen etc. ausgehen, dann ist das Dogma der Planbarkeit am Ende. Deswegen sprechen wir heute von agiler Führung. Agile Führung und langfristige Planung sind Gegensätze. Punkt.

Fragen Sie sich: Ist agile Führung ziellos?

Ich hoffe, Sie bekommen bei der Frage Gänsehaut, noch besser einen heftigen Schrecken.

MbO ist „Führen auf der Basis von Zielen“. Das moderne Verständnis von MbO hat eine andere Antwort auf die Frage, wer die Ziele setzt. Es sind vorrangig die individuellen Mitarbeiter.

Modernes MbO basiert nicht auf einer Angstkultur, sondern fördert die Eigeninitiative und Kreativität von Mitarbeitern, die auf Ziele hinarbeiten, die einem Mehrwert darstellen. Das stellt andere Anforderungen an Führung. Selbst der Begriff „Führungsstil“ als Bezeichnung für ein langfristiges, stabiles Führungsverhalten einer Führungskraft hat damit ausgedient. Die Fähigkeit, den Führungsstil der Situation (dem Mitarbeiter, der Aufgabe,..)  anpassen zu können, ist eine Kernkompetenz.

Statt MbO abzuschaffen geht es heute darum, mit MbO die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter anzusprechen und ihnen den Freiraum für eigene Entscheidungen im Sinne des Unternehmens zu geben. Das hilft Ihnen, Ziele selbst zu definieren, die tatsächlich die Schaffung von Mehrwert unterstützen.

War das nicht sogar die eigentliche Idee von Peter Drucker? Dann wäre MbO sehr modern.

 

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