Blog

Die Manipulation der öffentlichen Meinung über Führungskräfte

21. Oktober 2017 - 5:00

Ja, Führungskräfte-Bashing ist in!

Warum das so ist, will ich hier gar nicht diskutieren. Und vielleicht haben Sie auch gar kein Interesse an den Hintergründen, da Sie ja ohnehin bereits eine klare Meinung zu Führungskräften haben. Die finden Sie vielleicht sogar durch vielen der Veröffentlichungen zum Thema Führung bestätigt.

Vor wenigen Wochen habe ich an einer Talkshow teilgenommen. Der Moderator war natürlich bestens über meine Rolle als Führungskräfte-Entwickler informiert.

Seine erste Frage an mich begann er mit der Überleitung:

„Es gibt eine krisenhafte Situation in ganz Deutschland und zwar hat die „Zeit“ …(..)…. vor ein, zwei Jahren einmal getitelt: Führungsproblem Deutschland. Deutschland habe ein Führungsproblem.“

Die ganze Talkshow sehen Sie hier.

Verführerische Frage. Jetzt ließe sich trefflich dieses auf dem Silbertablett servierte Klischee dafür nutzen, kritisches über Führungskräfte zu berichten und mich als professionellen Helfer zu positionieren.

Nein. Ich habe diese Schlagzeile angesichts der vielen Erfolge der deutschen Industrie in Frage gestellt.

Hier werden negative, schlagzeilenträchtige Ereignisse zum Anlass genommen, pauschal alle Führungskräfte in ein schlechtes Licht zur rücken.

Da machen wir nicht mit!

Die kritische, alle über einen Kamm scherende Berichterstattung über Führungskräfte ist unangebracht, weil undifferenziert. Sie blendet alle jene Führungskräfte aus, die schlicht einen guten Job machen und von ihren Mitarbeitern geschätzt und anerkannt sind.

Hier ist ein aus unserer Sicht extremes Beispiel dieser Manipulation der öffentlichen Meinung.

Im Online-Portal business-wissen.de  wird am 10. Oktober gitelt:

„Warum so viele Egomanen Chef werden – und wie man das ändern kann.“

Untertitel: Die Businesswelt zieht sich Wölfe im Schafspelz heran.

Diese Darstellung wird in weiten Teilen der arbeitenden Bevölkerung vermutlich geteilt. Viele erleben in Ihrem Arbeitsalltag Führungskräfte, die sich autoritär verhalten, denen Ziele wichtiger erscheinen als die Mitarbeiter, die nach zwei Jahren den nächsten Karriereschritt machen et.

Da lässt sich doch schnell unterstellen, dies seien alles Egomanen, nur auf den eigenen Erfolg bedacht.

Lassen wir Zahlen sprechen:

Eine oft zitierte Untersuchung aus der Schweiz besagt, dass 6% der Führungskräfte Psychopathen/Egomanen seien. Ich kann diese Untersuchung nicht kommentieren und schon gar nicht wissenschaftlich überprüfen.

Ich kann aber rechnen.

Und diese Rechnung besagt:

94% der Führungskräfte sind keine Psychopathen/Egomanen.

Selbst wenn wir der Studie entnehmen können, dass der Anteil von Menschen mit diesen Persönlichkeitsstörungen in der Gruppe der Führungskräfte 4 x so hoch sei, wie im Durchschnitt der Bevölkerung, bleibt die Zahl als solches eindeutig:

94% der Führungskräfte sind keine Psychopathen/Egomanen.

Der erwähnte Artikel bei business-wissen.de nennt schon gar keine Zahlen. Damit wird ein Eindruck erzeugt, der nicht mit den tatsächlichen Zahlen belegt werden kann.

Vielleicht lässt sich das nicht „fake news“ nennen. Wir nennen es „fake impression“.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Spamschutz