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Es kommt auf die richtige Reihenfolge an

15. November 2017 - 5:00

Dem Geschäftsführer gefiel es.

Er hatte im Fernsehen gesehen, wie ein ehemaliger Feldwebel ein Rugby-Team durch einen schlammigen Kanal robben lies. Die wurden dann in dem Jahr auch Weltmeister.

„Das ist die richtige Methode für mein Team.“ Endlich eine gute Idee, damit sein Team besser funktioniert.

Also: Outdoor-Anbieter gesucht. Gemeinsames Übernachten bei 4 Grad Celsius im Wald mit einer Form moderner Schnitzeljagd, um kommunizieren zu üben. Super!

Eine konkrete Diagnose der „Problematik“ erschöpfte sich im Vorfeld in seiner Feststellung: „Ihr kommuniziert nicht richtig miteinander.“

Dieses Team verbrachte zu der Zeit beruflich 150 Tage und Nächte gemeinsam in Hotels in irgendwelchen Ländern. Kommunikation auf kürzeste Distanz also. Wundert es da, dass die Stimmung im Team während der gesamten Veranstaltung – im Januar, im Freien - sehr rebellisch war? Das jegliches Verständnis für die o.a. Diagnose fehlte?

Alle Versuche, dem Team den Nutzen dieser Teamentwicklung zu vermitteln, scheiterten

Teamentwicklung heißt:

Erst mit den Menschen reden. Dann konzipieren und planen. Passend zum identifizierten Problem. Das ist übrigens häufig ein anderes, als die Geschäftsleitung meint. Systemische Sichtweise ist da sehr nützlich.

Dann umsetzen.

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