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Für Sie gelesen: Mit Wertschätzung Wert schöpfen

8. Dezember 2017 - 12:19

Die Forderung nach mehr Wertschätzung in den Unternehmen wird seit vielen Jahren laut erhoben.

Mitarbeiter in den Unternehmen verbinden den Begriff typischerweise mit „Lob“ und/oder „Anerkennung“ und kündigen an, mit mehr Wertschätzung seien sie auch leistungsbereiter.

Dienstleister in der Weiterbildung, insbesondere im Bereich der Führungskräfte- oder Organisationsentwicklung betonen, dass mit mehr Wertschätzung auch mehr Wertschöpfung einhergehe. Dazu gehören auch wir seit vielen Jahren.

Entsprechend viele Bücher sind dazu geschrieben worden, viele Fachartikel in den unterschiedlichsten Medien dazu verfasst worden, Vorträge dazu gehalten worden. Der Tenor ist vergleichbar.

Was hat mich angeregt, trotz des Risikos des „Mehr desselben“ mich mit diesem Buch zu beschäftigen?

Es war der Untertitel „Praxisbuch für achtsame Organisationen.“ Und dieses Versprechen hält das Buch umfänglich.

Das erforderliche „Quäntchen Theorie“ wie es die Autoren in Kapitel 1 nennen, ist eine nette Untertreibung. Hier werden in einem für das Verstehen sinnvollem Umfang die Grundlagen der Achtsamkeit und deren Wirkung beschrieben und mit Daten aus der Forschung gestützt. Die Beschäftigung mit diesen Grundlagen ist aus meiner Sicht unabdingbar für das Verständnis der Wirkmechanismen und deren Bedeutung im unternehmerischen Alltag. 

Diesen Teil des Buches empfehle ich unbedingt all jenen, die sich bisher noch nicht oder wenig mit dem Thema Achtsamkeit auseinandergesetzt haben.

Die Erwartungen, die ich an ein Praxisbuch habe, werden im umfangreichen Methodenkompendium erfüllt. Die einzelnen Methoden sind sehr detailliert beschrieben und durch Tipps ergänzt, die deutlich werden lassen, dass die Autoren jede dieser Methoden in der der Praxis auch erprobt haben. Dieser Praxisteil ist logisch aufgebaut und für die Arbeit in Organisationen sehr gut geeignet.

Als Kritik will ich am Ende anmerken, dass der Titel des Buches als irreführenden betrachtet werden kann. Diese Kritik ist möglicherweise an den Verlag zu richten, der im Titel nach „verkaufbaren“ Begriffen suchte. Im ganzen Buch kam der Begriff „Wertschätzung“ nur ein weiteres Mal vor.

Dies impliziert eine Gleichsetzung des Begriffes “Achtsamkeit“ und „Wertschätzung“, es handelt sich m.E. aber keinesfalls um Synonyme. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Autoren die gleiche Sorgfalt hätten walten lassen, wie bei der so gelungenen Differenzierung zwischen Werkzeug und Methode.

Mein Fazit:

Ein empfehlenswertes Buch für all jene, die das Thema Achtsamkeit in den Organisationen voranbringen wollen und mit den im Buch geschilderten Methoden zu einer Weiterentwicklung der in den Organisationen handelnden Personen beitragen wollen.

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