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Positive Psychologie in der Mitarbeiterentwicklung

9. Oktober 2018 - 10:41

Vielleicht haben Sie ja von Professor John Gottman gehört. Er war es, der in Studien herausgefunden hat, das in stabilen Partnerschaften das Verhältnis zwischen liebevollen, konstruktiven Verhaltensweisen zu negativen bzw. feindseligen Verhaltensweisen 5:1 beträgt.

Genau das kam mir in den Sinn, als ich das Buch von Claudia Härtl-Kasulke und Andrea Revers über „Lebenskunst“ zu lesen begann.

Was wäre, so dachte ich, wenn dieses Verhältnis ebenso anwendbar wäre für den beruflichen Alltag? Wenn also Führungskräfte mehr Fokus auf die Stärken der Mitarbeiter legen würden und dies auch durch ihre Verhaltensweisen zeigen würden.

Was wäre, wenn dies auch zwischen den Mitarbeitern so wäre, nämlich dass man mehr auf das achtet, was der andere gut macht, statt ihn ständig auf seine Fehler aufmerksam zu machen.

Mehr noch: Was wäre, wenn jeder im Arbeitsalltag (und nicht nur dort) bewusster wäre darüber, was seine Stärken sind und genau die noch gezielter einbringen würde?

Und ist nicht genau das einer der Schlüsselfaktoren für „New Work“?

Da stell sich die Frage, wie man diese Sichtweise, diese Haltung, bewusst macht, handhabbar für die Praxis.

Das Buch der beiden Autorinnen gibt hierzu eine Antwort, die ausgehend von den theoretischen Hintergründen detailliertes Praxiswissen mit vielen Beispielen aus der Positiven Psychologie beinhaltet.

Die Zielgruppe „Trainer, Coaches und Personalentwickler“ darf mit Fug und Recht auf „Führungskräfte“ erweitert werden. Denn gerade die Führungskräfte sind in vorderster Linie in die Verantwortung zu nehmen dafür, dass die Themen „Stärken stärken“, „Resilienz“, „Achtsamkeit“, „Wohlbefinden“ u.v.a.m. den Weg aus den Seminarräumen und Coaching-Sitzungen in den Alltag finden. Das gelingt nur, wenn die Führungskräfte sich in gleichem Masse mit diesen Themen auseinandersetzen und „Positive Leadership“ leben.

Es ist der besondere Verdienst dieses Buches, dass es beide Seiten beleuchtet, die Theorien und Hintergründe und die Praxis. Nur so wird es zum nützlichen Handwerkszeug für die genannten Zielgruppen. Es liefert den Theorieinteressierten die Informationen, die zum Verständnis der Materie gebraucht werden und den Praktikern die Methoden und Instrumente, mit denen in Seminaren, Workshops und anderen Settings konkret gearbeitet werden kann. Die positiven Reaktionen der Teilnehmer in den Seminaren, in denen ich Methoden/Übungen aus dem Buch, anbot sind die Bestätigungen aus der Praxis, die uns Trainer/Coaches erfreuen.

Diese Praxisorientierung zeigt sich erst recht in den ergänzenden Bildkarten mit den im Begleitheft beschriebenen Übungen, das Schrittweise die Durchführung der Übungen erläutert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buch und Begleitheft durchaus auch für diejenigen geeignet, die sich bisher nicht oder nur wenig mit der Positiven Psychologie Martin Seligmanns beschäftigt haben. Der Praktiker findet sofort umsetzbare Übungen, der Theorieinteressierte findet genug „Futter“ für seinen Wissensdurst.

Fazit: Die im Untertitel versprochene Einführung ist gelungen und durch den Praxisanteil sofort anwendbar.

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