Blog

Probleme sind erfolgreiche Lösungen - hä? / wie bitte?

25. Juli 2016 - 18:16

Ein Praxisfallbericht

Was ist der Kontext?
Ein Workshop mit sechs Bereichsleitern und ihrem Geschäftsführer. Einer der Teilnehmer ist der IT Leiter "Solutions Services". Ziel des Workshops ist, Ideen für ein (noch) erfolgreicheres Business Development zu entwickeln und Umsetzungsmaßnahmen zu vereinbaren.
 

Meine Rolle / Aufgabe dabei: die Moderation des Workshops.

In einer Pause des zweiten Workshop-Tages werde ich vom IT Leiter angesprochen. Er schildert mir das Problem, dass er mit einem seiner Mitarbeiter (nennen wir ihn einmal Herr Alphamann), der früher einmal sein Kollege war, "nicht klar kommt".

Er konkretisiert: Herr Alphamann hält sich nicht an seine Anweisungen und missachtet auch sonst bestimmte Regeln der Zusammenarbeit. Der Mitarbeiter erfüllt in der Hauptsache "Sales Aufgaben", und das sehr erfolgreich. Der Geschäftsführer schätzt die hohe Vertriebskompetenz von Herrn Alphamann und unterstützt ihn wo er kann. Zuweilen "overruled" er Entscheidungen des IT Leiters gegenüber Herrn Alphamann.

In der Workshop-Pause nun fragt mich der IT Leiter "Wie kann ich den Konflikt mit Herrn Alphamann lösen? Was soll ich tun?“ Dabei erwartet er eine "Instant"-Lösung, soll heißen eine Direktmaßnahme mit sofortiger, positiver Wirkung. "Sie haben ja die große Erfahrung und wissen sicher wie das geht.", meint er.

Wir arbeiten rezeptfrei, ich ent-täusche ihn also darin. 

Wir vereinbaren ein Coaching, das der Geschäftsführer unterstützt; sein Motiv ist, seinem IT- Leiter damit Wertschätzung zu signalisieren.

Im Coachinggespräch wird meinem Coachee (hohe Fachkompetenz, angetrieben von "sei perfekt", wenig Bereitschaft zur Delegation) deutlich, wie desolat seine Führungssituation (gegenüber seinem Mitarbeiter UND gegenüber seinem Vorgesetzten) ist. Es fehlt die Akzeptanz seiner Führungsrolle "von oben wie von unten".
Er selbst hat Führung nie "gelernt".

Wofür aber nun ist das Problem des IT Leiters eine erfolgreiche Lösung?

Zur Beantwortung dieser Frage lassen Sie uns bitte einmal folgende Arbeitshypothese bilden:

"In sozialen Systemen (hier: der IT Leiter und seine Mitarbeiter) ist ein Problem das Ergebnis eines erfolgreichen Versuchs, ein anderes, nicht sichtbares / verdecktes Problem zu lösen"

Wer also macht in unserem Praxisfall den erfolgreichen Versuch? Und was ist das verdeckte Problem?
Die Antwort auf die zweite Frage wird meinem Coachee sehr schnell klar, als wir die drei Rollen einer Führungskraft klären: "Manager-", "Experten"- und "Führungsrolle". Seiner Einschätzung nach investiert er in die Führungsrolle max 5% seiner Zeit und 75% in die Expertenrolle (nachvollziehbar bei hoher Fachkompetenz - das macht er gerne!).
Abgesehen von der Herausforderung "Früher Kollege - heute Chef" hinterlässt also der IT-Leiter ein Führungsvakuum, das Herr Alphamann erfolgreich ausfüllt, indem ER die Führungsrolle übernimmt. Es ist also der erfolgreiche Versuch seitens Herrn Alphamann, das Problem "Führungsvakuum“ zu lösen.

Soweit - so gut.

Sind Sie daran interessiert, wie das Ergebnis des Coachings war? Welche Handlungsoptionen sich für den IT Leiter ergaben? - und wie er tatsächlich gehandelt hat? ....

Dann sprechen Sie uns an.
Wir sind gespannt auf den Kontakt mit Ihnen.

www.mittelstand-consult.de

 

 

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Spamschutz