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Regisseur im Unternehmenstheater

3. November 2016 - 17:35

„Wenn Sie das in Ihren Bericht schreiben, wird der Geschäftsführer sofort das Telefon in die Hand nehmen und den Verantwortlichen zusammenfalten.“ (Zitat)

 

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Regisseur an einem Theater, oder im Film, oder wo es sonst Regisseure geben mag. Fußballtrainer könnte man auch dazu zählen.

Sie wollen Höchstleistung. Sie fordern Höchstleistung. Sie haben alle Voraussetzungen dafür geschaffen. Sehr gute Dramaturgen, sehr gute Schauspieler, sehr gute Rahmenbedingungen am Theater usw.

Und dann sitzen Sie während der Proben beim Intendanten. Oder sonst wo. Nicht aber im Probenraum.

Sie kriegen also gar nicht mit, wie Ihre -erfahrenen - Schauspieler Ihre Anweisungen umsetzen. Bei der Uhraufführung dann erkennen Sie zu Ihrem Entsetzen, was da entstanden ist. So hatten Sie sich das nicht vorgestellt.

Und kaum ist die Vorstellung vorbei, setzt es Watschn über Watschn für die Schauspieler, die Requisiteure, die Maskenbildner, u.v.a.m.

Nein, so würden Sie das nicht tun. Sie wären bei den Proben selbstverständlich dabei. Oder. Dann könnten Sie unmittelbar Feedback geben, könnten erläutern, wie Sie sich das vorstellen etc.

Ist das sehr weit vom heutigen Unternehmensalltag entfernt?

Wir meinen: Nein, es ist nah dran.

Sind Führungskräfte Schauspieler? Na ja, die Diskussion wollen wir gar nicht führen.

In der Praxis kriegen viele Führungskräfte, insbesondere die „ganz oben“ gar nicht mit, wie der Alltag im Unternehmen aussieht. Und dann gibt’s eben Watschn über Watschn, wenn etwas anders lief, als der „Regisseur“ es wollte.

Dann beginnen, die Schauspieler, dem Regisseur etwas vorzumachen. Sie versuchen nämlich, die Probleme von ihm fern zu halten, aus Angst vor Watschen. Damit weiß der GF/Vorstand etc. nicht mehr, wie es in seinem Unternehmen tatsächlich läuft.

Und dann wird es zu sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung. Aus Angst erfährt der Chef nicht die wirklichen Probleme, irgendwann entsteht ein Problem, weil alle versuchen, die Probleme zu verstecken. DANN gibt es Watschn. Unausweichlich.

Führungsprobleme werden z.B. anhand von betriebswirtschaftlichen Ergebnissen sichtbar, deren Ursache aber nicht der Führungskultur zugeordnet werden. Das ist die Praxis.

Und wenn Sie als Externer ein Problem identifizieren?

Wie würden Sie reagieren? Würden Sie das Problem ansprechen, auch wenn es bedeutet, dass es Watschn geben wird im Unternehmen? Wonach Sie als „Überbringer der schlechten Nachricht“ von jenen abgewatscht werden, die Watschn bekommen haben?

Wie würden Sie vorgehen? Sagen Sie es uns!

 

 

 

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