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Sprache ist ein Führungswerkzeug

3. März 2017 - 18:22

Wertschätzung, Lob, Anerkennung, kritisches Feedback, Beurteilung…….im Führungsalltag beobachten wir oft, dass bestimmte Begriffe verwendet werden, als seien sie Synonyme.

Die Folge ist fehlende Klarheit und sogar unprofessionelles Verhalten der Führungskräfte mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Mitarbeiter und deren Verhalten, sowohl untereinander, als auch gegenüber der Führungskraft.

Es ist doch nicht verwunderlich, dass es zu Missverständnissen und Missstimmungen kommt, wenn jeder den verwendeten Worten eine andere Bedeutung gibt, ohne es zu bemerken.

Lassen Sie uns also die semantische Bedeutung bestimmte Begriffe aus dem Führungsalltag betrachten. Die hier vorgenommene Differenzierung kann als Basis für mehr Klarheit im Führungsalltag dienen.

Sie erhebt nicht den Anspruch der absoluten Richtigkeit, dies überlassen wir gerne den Philosophen, Sprachwissenschaftlern und Pädagogen. Sie ist als Angebot zu verstehen, sich auf diese Bedeutungen im wirklichkeitskonstruktiven Sinne zu einigen und so zu einem gemeinsamen Verständnis zu kommen.

 

Wertschätzung

… ist eine grundsätzlich positive Haltung zu einem Menschen, unabhängig von dessen Verhalten, dessen Leistung, dessen Arbeitsergebnisse.

Aus dieser positiven Haltung heraus kann ein Vorgesetzter gleichwohl Kritik üben. Kritik ist kein Zeichen mangelnder Wertschätzung. Wertschätzung wird sichtbar durch die Art und Weise, wie Kritik geübt wird.

 

Lob

….ist eine positive, anerkennende Bewertung des Verhaltens oder der Leistung einer Person. Wertschätzung ist dafür keine Voraussetzung, unterstützt jedoch die Wirkung des Lobes.

 

Anerkennung

… ist die Würdigung der Person selbst, ihres Verhaltens oder der erbrachten Leistung.

 

Feedback

… ist die an eine Person gerichtete strukturierte Information über die Wirkung des Verhaltens dieser Person auf den Feedbackgeber.

(Anmerkung: die Unterscheidung in positives und negatives = kritisches Feedback ist üblich, aber aus unserer Sicht wenig sinnvoll)
 

 

Beurteilung

…. ist die Bewertung einer Person, deren Verhalten, Leistung oder Arbeitsergebnisse anhand eines Vergleiches mit gegebenen, sinnvollerweise objektiven Messkriterien.

Merke: Bewertung ohne objektives Kriterium ist subjektives Empfinden. Teilen mehrere Personen diese Empfindung, ist es dennoch nicht objektiv.

 

 

Nur wenn die Führungskraft Klarheit darüber hat, welche Aspekte der Person oder des Verhaltens der Person oder deren Leistung sie ansprechen will, entsteht auch klare, das Ziel der Kommunikation unterstützende Wirkung.

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