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Wider die monoperspektivische (Führungs-)Weltsicht

21. Juni 2016 - 9:35

Umfragen über Umfragen beschäftigen sich mit Führung, Führungsstilen, Führungskultur, werteorientierte Führung u.v.a.m.

Die Perspektive ist dabei stets der Blick auf die Führungskräfte. Das nenne ich „monoperspektivische Weltsicht“.

Es werden dabei Erwartungshaltungen implizit/explizit an die Führungskräfte formuliert und deren fehlende Erfüllung beklagt, mindestens betrifft die Kritik den aus Sicht der Geführten zu geringen Erfüllungsgrad.

Sehr leicht könnte man dann auf die Idee kommen, dass die Ursache für Führungsprobleme jedweder Art nur bei den Führungskräften zu suchen wären. Sämtliche, die Leistung der Geführten einschränkende Parameter außerhalb des Führungsverhaltens des Führungspersonals bleiben, so der Eindruck, unbeachtet.

Wie wäre es, würden man einmal – hier stellvertretend – die Erwartungen der Führungskräfte an die Mitarbeiter formulieren.

Sabine Kanzler-Magrit (website) hat in einer Diskussion bei XING diese andere Perspektive beleuchtet, sicherlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Der Mitarbeiter soll halten, was er versprochen hat, als er sich für diesen Job beworben hat. Er sollte die vertragliche Arbeitszeit für den Job bestmöglich nutzen.
     
  • Er sollte nicht bei seinen Kollegen über mich herziehen.
     
  • Er sollte Fehler eingestehen und sie wieder gut machen.
     
  • Er sollte die Strukturen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen kennen - und ebenfalls in der realen Welt bleiben und nicht in irgendwelchen Wunschvorstellungen.
     
  • Er sollte mich sachlich umfassend informieren und akzeptieren, dass ich vielleicht noch andere Informationen habe und seinen Vorschlägen deshalb nicht immer folgen kann.
     
  • Er sollte akzeptieren, dass auch ich in einer Hierarchie stehe und ich meinen Arbeitszielen und meinen Vorgesetzten gegenüber verantwortlich bin.
     
  • Er sollte akzeptieren, dass ich Vorgesetzter bin inkl. der Verantwortung für das, was diese Abteilung produziert oder auch nicht.

Wie wäre es also, wenn wir zukünftig auch diese Perspektive mit in den Fokus nehmen würden?  Wie wäre es, wenn wir die Verantwortung für erfolgreiche Zusammenarbeit auf alle Schultern legen würden, nicht nur auf die der Führungskraft? Wenn wir darauf verzichten würden, die Ursache für Demotivation und fehlendes Engagement nur bei den Führungskräften zu suchen.

Und wie wäre es, dazu mal eine Umfrage zu machen bei Führungskräften?

 

 

 

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