Wer wir sind
und wie wir ticken

Portrait Hans Habegger

Portrait Hans Habegger

Wie alles anfing:

Vielleicht ja damit, dass meine Eltern mich in meiner Kindheit und Jugend alle zwei Jahre umgezogen haben. Alle zwei Jahre eine neue Umgebung, einstellen auf neue Menschen, mich immer wieder von neuem beweisen. Änderungen und Brüche wurden hier schon prägender Bestandteil meines Bezugsrahmens.

Und so, wie ich im Zick-Zack von einem Wohnort zum nächsten zog, so war dann auch mein Weg ins Berufsleben. Ein Ingenieurstudium bei der Telekom (damals noch Deutsche Bundespost) ist nicht gerade der logische Schritt nach erfolgreich absolviertem neusprachlichen Abitur. Die Brüche setzten sich also fort.

Auch nach dem Studium. Beamter wollte ich dann doch nicht werden. Ein Irrtum führte in die Marketingabteilung eines globalen Elektrotechnik-Riesen. Nach weniger als einem Jahr sollte ich die Abteilung leiten, meinte der Geschäftsführer. Nein, sagte der Vertriebsleiter, den Habegger will ich im Vertrieb.

Typische Ausbildung (und nicht nur einmal): 4 Wochen Produkttraining, dann raus zum Kunden. Vertriebstraining? Fehlanzeige. Vertriebserfolge? Ja, schon. War wohl nicht vermeidbar….

Ab sofort entschied ich selbst über Brüche. Kündigen ohne neuen Job . Ein Jahr später anheuern beim Mitbewerber. Hohe Erwartungen, weil der Geschäftsführer der ehemalige Vertriebsleiter im ersten Unternehmen war. Scheitern vorprogrammiert.

Danach: EDV hieß die Branche, Vertrieb Dienstleistung der Job. Nach kurzer Zeit dann nicht mehr Vertriebsmitarbeiter, sondern Business Manager. Größere Abteilung, neue Dienstleistungen, mehr Mitarbeiter. Dann vom Business Manager zum Projektleiter Service in einem bundesweiten Großprojekt: Deutsche Terminbörse. Erste elektronische Handelsplattform in Deutschland. Mehr als 60 Banken in kürzester Zeit ans Netz bringen. Nur machbar mit damals anderen Logistik-Lösungen. Hat funktioniert.

Da war ich dann auch schon zum zweiten Mal geschieden. Brüche auch hier, genug.

Nach 7 Jahren ruft die gerade liberalisierte Telekommunikationsbranche. Alle wollen Global-Player werden. Aufbau der deutschen Niederlassung eines englischen Telekommunikationskonzerns. Leiter Vertrieb und Marketing. Schnelles Wachstum und schnelles Ende. Nach zwei Jahren „strategische Neuorientierung“ des Konzerns. Das nächste Unternehmen: ein Joint-Venture kleinerer Player im gleichen Markt. Aufbau der dt. Niederlassung. Aufgabe: Gewinnung großer Kunden. Dann Zusammenschluss mit einem amerikanischen Giganten. In beiden Geschäftseinheiten gab es einen Direktor Marketing, einer also redundant - ich.

1996 war dann Zeit für einen radikalen Bruch: Ab in die Selbständigkeit als Vertriebs- und Managementtrainer. Auch international, in fließendem Englisch und Französich. 
Keine Lust mehr auf Management, auf Machtspiele, auf strategische Missachtung von Mitarbeitern. Keine Lust mehr auf nicht eingehaltene Werteversprechen an Konferenzraum-Wänden.

Stattdessen lieber echte Wertschätzung: „ich bin OK – du bist OK“. Erlernt, verstanden, neu durchdacht, anders verstanden. Mit anderen Worten: Ausbildung zum Transaktionsanalytiker seit 1993. Berufsbegleitend. Meine psychologisch/ethische Basis heute als Trainer und Coach. Systemisch? Auch. Es ist wichtig, das Individuum in seinem Kontext zu sehen und zu verstehen. Das ist stilprägend. Trainings aus der Schublade kann ich nicht.

Vor 15 Jahren traf ich Dieter Winkler. Großprojekt eines Instituts, Englisch sprechender Trainer wurde gebraucht. Seine unbequeme Frage: „Was sieht man Ihnen nicht an?“ Er meint heute noch, meine Antwort sei gut gewesen, ich erinnere sie nicht.

Vor zwei Jahren dann die gemeinsame Erkenntnis: Wir passen so gut zusammen, dass wir gemeinsam unbequem sein wollen. Gemeinsam in einer Firma. Mit über 60 Jahren. Beide.

Brauchten wir Mut für diese Unbequemlichkeit? Nein. Nur große Lust darauf, Erfahrung zu bündeln, schwierige Projekte anzugehen, Menschen in Unternehmen zu unterstützen, noch erfolgreicher und dabei zufrieden zu werden. Reihenfolge austauschbar.

Fazit: Immer wieder Neues wagen. Selbst entscheiden. Mit einer gehörigen Portion Humor, entstanden durch die Brüche.

Ach ja: Die Silberhochzeit steht bald ins Haus!